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Das nervt! Wenn externe Hardware ungenutzt verstaubt

Das nervt! Wenn externe Hardware ungenutzt verstaubt

Monkey Disko 6 Kommentare

Es ist wirklich ein Jammer. Da hat man sein Studio über die Jahre mit ein paar richtig schönen Synthesizern und Effektgeräten bestückt, benutzt sie aber so gut wie nie.

Gerade vor kurzem habe ich an einem Track gebastelt und brauchte für den Refrain einen markanten Lead-Sound. Sofort kam mir der unverwechselbare Roland-Juno-Sound in den Sinn. Man muss jetzt aber nicht glauben, dass ich dafür meinen komplett verkabelten und integrierten Alpha Juno 1 bemüht hätte. Nein, weit gefehlt. Stattdessen habe ich lieber einen Sound aus Native Instruments Massive genommen, der „so ähnlich wie der Juno“ klingt. Warum? Weil es mit dem Plug-in schneller ging.


KEYS Ausgabe 05/2016


Den kompletten Artikel gibt’s hier auf www.keys.de und in KEYS-Ausgabe 05/16.
 

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Plug-ins vs. Outboard-Equipment: die Diskussionsrunde ist eröffnet … 😉

6 Kommentare

Daniel Blum

2017-06-13 um 16:39

Ja das kenn ich. Aber nicht nur die Masse an Hardware kann nerven und einen behindern auch die Fülle an VST Instrumenten und FX. Du stehst vor einer Wand aus Zeug und weist nicht wo du anfangen sollst. Aus dem Grund hab ich mich aber auch extrem verkleinert. Laptop – Sound-Interface – Sampler… und bei den VST auch komplett entrümpelt – wenn ich seh was jetzt bei den DAWs so an Library beiliegt muss man echt nicht mehr 3x überlegen welcher VST EQ da nun besser ist.

… und mein MicroKorg und der Yamaha Rm1X haben jetzt auch neue Besitzer gefunden.
So ein bissl versteh ich jetzt wenn einige Leute sagen: „weniger ist Mehr“

    Monkey Disko

    Monkey Disko

    2017-06-14 um 8:16

    Hallo Daniel!
    Ja, so sehe ich das auch mittlerweile. Zumindest im Plug-in-Bereich habe ich auch schon massiv aufgeräumt. Aber bei der Hardware tue ich mich immer noch schwer – auch wenn ich vieles davon de facto gar nicht mehr benutze …

svebur

2016-06-21 um 22:07

Moin, Sascha!

Wenn es Deine Zeit erlaubt, kannst Du ja mal einen „Hardware-Tag“ machen:
– Greif Dir einen alten Synth und spiel einfach damit rum, als wäre er das einzige Gerät, das Du hast.
– Wenn’s geht: nicht durch evtl. vorhandene Presets zappen, sondern an den Parametern schrauben, bis Du Deinen individuellen Sound gemacht hast.
– Dann Sequenzen, Melodie oder was Dir auch immer zu Deinem Sound einfällt.
– Dann Tracking – klar, kannste trocken aufnehmen, aber mach Dir doch den Spaß und jag Deinen Sound durch Hardware-FX an denen Du bei der Aufnahme subtil rumschraubst. Kleine Ungenauigkeiten machen das Ganze vielleicht lebendiger.

Ansonsten wie Heiner schon meinte: Einzelspuren/Takes aufbewahren und so.

Die Methode ist halt weniger was für „Ich brauch was in meinem bestehenden Projekt, was so klingen soll wie Juno.“ sondern mehr was für „alte Hardware neu entdecken“ und Sound-Design, wenn man mal keine Lust hat, sich durch zigtausend fertige Samples und VSTi-Presets durchzuklicken (was bei mir zumindest ein echter Kreativitätskiller sein kann).

    Monkey Disko

    Monkey Disko

    2016-06-22 um 8:08

    Hallo svebur,
    oh ja, „Presets als Kreativitätskiller“, das kenne ich auch. Da wühlt man sich oft so lange durch irgendwelche Sounds bis man entweder die Lust verliert oder die eigentliche Idee im Kopf vergessen hat …
    Ein Hardware-Tag ist eine super Idee! Das sollte man eigentlich regelmäßig machen. Ich habe neulich tatsächlich mal so etwas in der Art gemacht und musste feststellen, dass ich meine Synthies noch nicht mal mehr richtig bedienen konnte. Ich hatte tatsächlich vergessen, wie man durch die Menüs navigiert und musste mir alles erst wieder anlesen. Sehr frustrierend.

    Von daher: Hardware-Tag! Mindestens einmal pro Quartal!

Heiner Jürs

2016-05-28 um 21:12

Ach, ich kenne den Zwiespalt auch. Ich habe mich in letzter Zeit aber mehr und mehr auf Hardware gestürzt. Zusammen mit einer leistungsfähigen DAW und einigen VSTi-PlugIns finde ich das beste aus beiden Welten vereint.
Ein Werk ist irgendwann einfach fertig. Und spätestens mit dem Abmischen ist Zahltag; dann wird gemixt, gemastert und danach das Projekt archiviert.
Musikalisch gesehen versperrt die Beschäftigung mit früheren „Erfolgen“ oder „Misserfolgen“ auch den Weg zur Innavation. Man hält ja an bewährtem fest oder ist mit dem nicht bewährten nicht fertig. Aber eine Veränderung vorhandener Substanz führt selten zur Innovation.
Meine Variante: Das digitale Mehrspur-Audio bleibt aufbewahrt, die MIDIs nicht unbedingt. Die MIDI-Daten mit ihren harmonischen Abfolgen und rhythmischen Strukturen sind doch recht schnell wieder herausgehört und bei Bedarf neu eingespielt – und genau dabei passieren kreative Versehen …

    Monkey Disko

    Monkey Disko

    2016-05-29 um 10:35

    Ein interessanter Ansatz. Ich denke die „best of both worlds“-Taktik ist am Ende tatsächlich die beste.
    Sowohl Plug-ins als auch Hardware können jeweils ihren ganz speziellen Reiz haben. Die Kunst ist es, eine gelungene Kombination zu finden – und sich dabei vor allem nicht zu viele Gedanken zu machen. Am Ende muss es in erster Linie gut klingen.

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